St. Marien Schützenbruderschaft Hüskes Krone Schmalbroich 1650 e.V.

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Stadtrundgang

Stadtrundgang der Hüskes Krone-Jugend

Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen der St. Marien Schützenbruderschaft Hüskes Krone 1650 e.V. haben den zusätzlichen Feiertag in diesem Jahr genutzt und sich auf die Spuren der eigenen Geschichte in Kempen gemacht.

Am Vormittag des 30.10. trafen sich die überwiegend jungen Mitglieder der Hüskes Krone zu einer interessanten und spannend aufbereiteten Stadtführung unter Leitung von Historikerin Dr. Ina Germes-Dohmen (selbst Mitglied der Bruderschaft).

Während des zweistündigen Rundgangs durch die Kempener Altstadt erfuhren die Teilnehmer viele Hintergründe zur Entstehung des Schützenwesens und der Gründung der
ersten Schützenbruderschaften im Kempener Land. Hierbei erklärte Ina Germes-Dohmen, der teilnehmenden Altersgruppe gerecht, dass Schutz und (Selbst-)Verteidigung,
Gemeinschaft und Solidarität, die in unruhigen Zeiten für Menschen überlebenswichtig waren, die hauptsächlichen Gründe für die frühen Zusammenschlüsse waren. Auch die
Unterschiede zwischen der Stadt- und der Landbevölkerung wurden anschaulich erläutert.

Der Schutz vor Feuer, vor Dieben, Räubern und den marodierenden Soldaten der vielen den Niederrhein durchziehenden Kriegsvölker - das war innerhalb wie außerhalb der Mauern wichtig und gemeinsam war man stärker. Das leuchtete allen ein. Doch wurden die Kempener Stadtbürger immerhin von der hohen Mauer und der doppelten Wall-Graben-Anlage geschützt, so gut konnte ein Bauernhof nicht verteidigt werden. So tat man sich in Schützen-Bruderschaften zusammen, die sich aus der Nachbarschaft rekrutierten und im Fall des Falles schnell zusammenkommen und einander beispringen konnten. Zwei gab es auch in der Stadt, sechs auf dem Land. Und man half einander auch bei Krankheit und Todesfällen, war füreinander da. Und für den Fall, dass der Landesherr, der Kölner Kurfürst und Erzbischof, ein Heer zusammentrommelte, wollte man geübt sein, jährliche Wettkämpfe beim Vogelschießen zeugten von der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Bruderschaft.

Mit Schmunzeln und leichtem Neid hörte Bezirksjungschützenmeister Johannes Hoff, neuer König der Bruderschaft, dass der Schützenkönig damals ein steuerfreies Jahr vor sich hatte. Ob eine Anfrage bei der Stadtverwaltung da was nützt, wurde gefragt.

Am Stadtmodell im Kramer-Museum schilderte Germes-Dohmen lebendig und anschaulich, wie wichtig der Feuerschutz war angesichts der engen Fachwerkbebauung, aber auch dass Gräben und Mauer für Angreifer ein echtes Hindernis waren. Während der Führung konnten später in der Schulstraße die Häuser einfacher Handwerker betrachtet werden, die einen komplett anderen Grundriss hatten als die Wohnstallhäuser der Bauern im Kempener Land. St. Mariae Geburt, die Hl. Geist-Kapelle, der Marktplatz waren weitere Plätze, an denen Gemeinschaftssinn und gemeinschaftliches Tun bis heute ablesbar sind. An der Mühle erinnerte Germes-Dohmen an die Einnahme der Stadt durch die Hessen 1642 und dass Kempens dicke Mauern die Stadt bei moderner Kriegsführung nicht mehr sichern konnten. Aber auch das Alltagsleben vergangener Zeiten - hart und wenig romantisch - kam zur Sprache: nackte Kinderfüße, die durch Viehdung liefen, ungepflasterte Straßen, Markttage, die eines besonderen Marktfriedens bedurften, damit die Händler sicher an- und abreisen konnten. Eine interessante, kurze Reise in eine andere Welt.

Im Anschluss an den Stadtrundgang bei herbstlichen Temperaturen wärmten sich die Teilnehmer, gut gelaunt, bei einer Tasse warmen Kakao in einem Café in der Altstadt auf.

Beim Uniformappell, welches erstmalig im internen Kreis der Schützenbruderschaft am gleichen Abend stattgefunden hat, war schnell klar: Nun wollen auch die Erwachsenen mehr über die eigene Geschichte erfahren und wollen es schon bald der Jugend gleichtun...

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Mitglied im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.